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In den Jahren 1988
bis 1994 beschränkte sich die Aktivität des als Nebenerwerb gegründeten
Fotoverlages auf die Herausgabe von Postkartenserien (in
Zusammenarbeit mit
REIJU) sowie der Gewährung von Foto- und Filmrechten (Merker)
an Eisenbahnverlage und den WDR in Köln.
1995 beschloß ich,
den Verlag zu meinem Hauptberuf zu machen. Als eingefleischter
Eisenbahnfreund hatte ich inzwischen so meine eigenen Vorstellungen
von dem Aussehen eines Buches, das Eisenbahner und Eisenbahnfans
gleichermaßen begeistern könnte.
Privat mittlerweile
fast mehr in Thüringen als im Rheinland zu Hause, fand ich mit dem
Nordhäuser Eisenbahner Paul Lauerwald einen versierten und
bekannten Buchautoren, der mit mir den Versuch wagte, meine Ideen in
die Tat umzusetzen. Das erste Ergebnis unserer Arbeit wurde im
Dezember 1995 bei der Karsdorfer
Eisenbahn vorgestellt:
Paul Lauerwald, Die Unstrutbahn
Artern – Naumburg
Das Buch, das 1999
in zweiter, aktualisierter Auflage erschien, weist noch den
Satzspiegel und den Schrifttyp der Produktionen aus den achtziger
Jahren auf.
Das zum 30. Jubiläum
der elektrischen Zugförderung auf der Rübelandbahn am 1. August
1996 erschienene, inzwischen vergriffene Baureihenbuch
Axel Mehnert, Elektrisch durchs
Rübeland – Die Baureihen E 211 und E 251
kombinierte wieder
Fachkompetenz mit einer anspruchsvollen Bildauswahl, allerdings nun
mit einer anderen, heute noch verwendeten Schrifttype und großzügigerem
Satzspiegel.
Weitere, regional
auf Thüringen und Sachsen-Anhalt bezogene Titel, von den die
meisten heute vergriffen sind, folgten dem gelungenen Auftakt:
Paul
Lauerwald, Die Hauptbahn Erfurt – Sangerhausen
Paul
Lauerwald, Die Pfefferminz- und Finnebahn
Paul
Lauerwald, Die Nebenbahn Berga-Kelbra – Stolberg/Harz
Paul
Lauerwald, Bahnknoten Nordhausen
Paul
Lauerwald, Die Kanonenbahn Leinefelde – Eschwege West
Joachim
Krause, Bahnknoten Merseburg
Joachim Käferstein,
Die Nebenbahnen um Lobenstein
1998 fragte Herr
Holger Neumann von der Historischen Feldbahn Dresden e.V. bei mir
an, ob ich ein Buch über Feldbahnen in der DDR verlegen würde. Bei
unserem Gespräch stellte sich heraus, das der Umfang der geplanten
Publikation in einer 17 x 23,5 cm-Buchreihe, die ich bislang
produzierte, nicht unterzubringen seien würde. Ein größeres
Buchformat erforderte höhere Investitionen, von den Litho- und
Bildhonorarkosten bei weit über 200 Abbildungen ganz zu
schweigen...! Über das Thema, das keinerlei regionalen (Verkaufs)schwerpunkt
haben konnte, mußte ich noch einmal schlafen. Das dagelassene
Bildmaterial begeisterte mich jedoch sehr und erinnerte mich an
eigene Torfbahnaufnahmen 1976 im Emsland und zwei Besuche (1972 und
1977) bei der Waldeisenbahn Muskau. Hätte ich seinerzeit auch von
den Feldbahndampfloks im Bernbrucher Wald Kenntnis gehabt, so hätte
es mich mit Sicherheit magisch dorthin gezogen!
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Kurzum, die DIN
A4-Reihe wurde geboren und auf der Leipziger Buchmesse 1999 der
Titel
Historische Feldbahn Dresden
(Hrsg.), Feld- und Grubenbahnen der DDR – ein Streifzug in Bildern
der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach der
Frankfurter Buchmesse desselben Jahres avancierte das Buch zum
gesuchten Band im Antiquariat.
Werkbahnfreunden sei
versichert – die Reihe wird fortgesetzt. Der Neuerscheinung 2000,
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Holger Neumann/Sven Kästner, Die
letzten schmalspurigen Kohlebahnen Ostdeutschlands,
werden weitere Titel folgen. Da die Auflagenhöhen in diesem
Genre wegen der unterschiedlichen Interessen fast nur zu raten sind,
empfehle ich Werkbahnfreunden bei dieser Reihe ein Abo. Die
Neuerscheinungen (1 bis 2 Bücher pro Jahr) werden den Bestellern
dann versandkostenfrei zugestellt. Geplant sind in nächster Zeit
weitere Titel zum Thema Feldbahnen und schmalspurige
Industriebahnen.
Inzwischen ist die
DIN A4-Reihe in meinem Verlag etabliert.
Mit dem Baureihenbuch
Andreas Räntzsch/Franz Rittig,
Die Baureihe 8310,
das
im Sommer 1999
in den Handel ging, wurde wieder ein Randthema
in das Verlagssortiment aufgenommen, denn wer hat heute noch einen
Bezug zu der 1972 aus dem Betriebsdienst ausgeschiedenen und
ziemlich verruchten Neubaulok der DR? Es wurde auf jeden Fall wieder
etwas Neues zum Thema Eisenbahnhistorie herausgebracht. - Auch die
Baureihen-Geschichte bleibt weiterhin Thema in meinem Verlag und
wird fortgesetzt.
Im viel gefeierten
Jahr 2000 legte ich die DIN A4-Seite quer und arbeitete an meinem
ersten Farbbildband. Die
NoHABs und Kartoffelkäfer
sollten wieder ein
Sonderling auf dem deutschen Eisenbahnbuchmarkt werden. Während die
großen Eisenbahnbuchverlage Auslandsthemen außerhalb des deutschen
Sprachbereichs kaum Aufmerksamkeit widmen, war es bei mir wieder die
Leidenschaft zu diesen formschönen und klangvollen Dieselloks, die
mir letztlich den Mut gab, diesen Schritt zu wagen. Zusammen mit
ausgesprochenen Fans dieser GM-Lizenz-Dieselloks, die zudem
hierzulande einen guten Namen als Eisenbahnfotografen genießen,
entstand eine Foto-Melange,
die im In- und Ausland in Rezensionen beste Kritiken erhielt. - Ich
denke, es wird nicht der einzige Bildband bleiben...
Der Regionalreihe
Sachsen-Anhalt/Thüringen bleibe ich auch in Zukunft treu. Hier gibt
es noch viele unbearbeitete Themen und noch manches zu vertiefen:
Die Diskussion um die Verdieselung der Rübelandbahn, die im Herbst
2000 entbrannte, und schließlich der DB-Reihe 218 ab dem 14.11.2000
unverhofft Plandienst im Reisezugverkehr auf der elektrifizierten
Steilstrecke bescherte, ließ das ebenfalls im Jahr 2000 erschienene
Buch
Werner Steinke, 125 Jahre
Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn
schnell zur
Pflichtlektüre der Kommunal- und Verkehrspolitiker werden, benennt
doch der ausgewiesene Kenner des Sonderfalls Rübelandbahn Probleme
des Eisenbahnbetriebes zwischen Blankenburg und Königshütte und
gibt erfolgversprechende Ausblicke in die Zukunft dieser im Güterverkehr
unverzichtbaren Harzer Bahnstrecke. Darüber hinaus stellt Werner
Steinke erstmals die Flachlandstrecken
der H.B.E. vor. Für alle, die das transpress-Buch "Die Rübelandbahn"
im Bücherschrank haben, ist der Band mehr als eine ideale Ergänzung
und liefert quasi den Schlußpunkt zum Thema.
Seit Ende 1999 ist
mein Verlag in der Clara-Zetkin-Straße 2 in Gernrode zu Hause.
Schauen Sie bei einem Besuch im Selketal doch einmal herein! Mit der
MAMMUT an der Hauswand ist mein Büro kaum zu verfehlen...

Von Ihnen, lieber
Eisenbahnfreund und Leser der Buchreihen, erfahre ich natürlich
gespannt Meinungen zu meiner bisherigen Verlagsarbeit – was gefällt,
was könnte besser sein, was fehlt den Büchern noch, was ist
zuviel, was würden Sie gerne sehen? Neugierig werde ich Ihre
Zuschriften und Eintragungen im Gästebuch
auswerten.
Vielleicht haben Sie
ja ein ausgearbeitetes Eisenbahnmanuskript in
der Schublade, für das sich bisher kein Verlag
interessierte...! Bevor Sie es einmotten,
rufen Sie lieber vorher 039485 / 64 175 an. Es muß ja nicht immer
die Rhätische Bahn oder die Baureihe E 03 sein...!
Wolfgang
Herdam
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