Die "Schwarze Buchreihe" stellt sich vor

Der Wolfgang Herdam Fotoverlag wurde am 1. Mai 1986 in Wesseling am Rhein gegründet. Wesseling, zwischen Köln und Bonn gelegen, bildete das betriebliche Zentrum für den Personenverkehr der Köln-Bonner Eisenbahnen AG (KBE), einer Bahngesellschaft, die, ähnlich wie die Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn, mehrmals Eisenbahngeschichte geschrieben hat.

Anläßlich der Umstellung des letzten Abschnittes, Köln Barbarossaplatz – Brühl – Schwadorf, vom Eisenbahn- auf Stattbahnbetrieb erschien im November 1986 der erste schwarze Band, allerdings noch broschiert:

Wolfgang Herdam, Köln-Bonner Eisenbahn – ein Abschied.

Innerhalb kürzester Zeit war die Auflage verkauft. Die zweite Auflage, ein Rückblick, erschien mit festem Einband noch 1986 und wurde in Zusammenarbeit mit dem LOK REPORT bundesweit vertrieben.
 

1987 feierten die Linzer Lokalbahnen (LiLo) in Österreich ihr 75jähriges Bestehen. Die Gesellschaft übernahm im selben Jahr vier Doppeltriebwagen der KBE nebst Werkzeugen und Ersatzteilen; eine Zusammenarbeit zwischen der LiLo und meinem Verlag bot sich also an. So erschien bei der LiLo zum Jubiläum der Lokalbahn der Buchtitel

Karl Zwirchmayr, 75 Jahre Linzer Lokalbahn

in derselben Aufmachung wie "Köln-Bonner Eisenbahn – ein Rückblick". Der Generalvertrieb für die Bundesrepublik Deutschland oblag meinem Verlag.

In den Jahren 1988 bis 1994 beschränkte sich die Aktivität des als Nebenerwerb gegründeten Fotoverlages auf die Herausgabe von Postkartenserien (in Zusammenarbeit mit REIJU) sowie der Gewährung von Foto- und Filmrechten (Merker) an Eisenbahnverlage und den WDR in Köln.

1995 beschloß ich, den Verlag zu meinem Hauptberuf zu machen. Als eingefleischter Eisenbahnfreund hatte ich inzwischen so meine eigenen Vorstellungen von dem Aussehen eines Buches, das Eisenbahner und Eisenbahnfans gleichermaßen begeistern könnte.

Privat mittlerweile fast mehr in Thüringen als im Rheinland zu Hause, fand ich mit dem Nordhäuser Eisenbahner Paul Lauerwald einen versierten und bekannten Buchautoren, der mit mir den Versuch wagte, meine Ideen in die Tat umzusetzen. Das erste Ergebnis unserer Arbeit wurde im Dezember 1995 bei der Karsdorfer Eisenbahn vorgestellt:

Paul Lauerwald, Die Unstrutbahn Artern – Naumburg

Das Buch, das 1999 in zweiter, aktualisierter Auflage erschien, weist noch den Satzspiegel und den Schrifttyp der Produktionen aus den achtziger Jahren auf.

Das zum 30. Jubiläum der elektrischen Zugförderung auf der Rübelandbahn am 1. August 1996 erschienene, inzwischen vergriffene Baureihenbuch

Axel Mehnert, Elektrisch durchs Rübeland – Die Baureihen E 211 und E 251

kombinierte wieder Fachkompetenz mit einer anspruchsvollen Bildauswahl, allerdings nun mit einer anderen, heute noch verwendeten Schrifttype und großzügigerem Satzspiegel.

Weitere, regional auf Thüringen und Sachsen-Anhalt bezogene Titel, von den die meisten heute vergriffen sind, folgten dem gelungenen Auftakt:

 

Paul Lauerwald, Die Hauptbahn Erfurt – Sangerhausen

Paul Lauerwald, Die Pfefferminz- und Finnebahn

Paul Lauerwald, Die Nebenbahn Berga-Kelbra – Stolberg/Harz

Paul Lauerwald, Bahnknoten Nordhausen

Paul Lauerwald, Die Kanonenbahn Leinefelde – Eschwege West

Joachim Krause, Bahnknoten Merseburg

Joachim Käferstein, Die Nebenbahnen um Lobenstein

 

1998 fragte Herr Holger Neumann von der Historischen Feldbahn Dresden e.V. bei mir an, ob ich ein Buch über Feldbahnen in der DDR verlegen würde. Bei unserem Gespräch stellte sich heraus, das der Umfang der geplanten Publikation in einer 17 x 23,5 cm-Buchreihe, die ich bislang produzierte, nicht unterzubringen seien würde. Ein größeres Buchformat erforderte höhere Investitionen, von den Litho- und Bildhonorarkosten bei weit über 200 Abbildungen ganz zu schweigen...! Über das Thema, das keinerlei regionalen (Verkaufs)schwerpunkt haben konnte, mußte ich noch einmal schlafen. Das dagelassene Bildmaterial begeisterte mich jedoch sehr und erinnerte mich an eigene Torfbahnaufnahmen 1976 im Emsland und zwei Besuche (1972 und 1977) bei der Waldeisenbahn Muskau. Hätte ich seinerzeit auch von den Feldbahndampfloks im Bernbrucher Wald Kenntnis gehabt, so hätte es mich mit Sicherheit magisch dorthin gezogen!

Kurzum, die DIN A4-Reihe wurde geboren und auf der Leipziger Buchmesse 1999 der Titel  

Historische Feldbahn Dresden (Hrsg.), Feld- und Grubenbahnen der DDR – ein Streifzug in Bildern

der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach der Frankfurter Buchmesse desselben Jahres avancierte das Buch zum gesuchten Band im Antiquariat.  

Werkbahnfreunden sei versichert – die Reihe wird fortgesetzt. Der Neuerscheinung 2000,  

Holger Neumann/Sven Kästner, Die letzten schmalspurigen Kohlebahnen Ostdeutschlands,

werden weitere Titel folgen. Da die Auflagenhöhen in diesem Genre wegen der unterschiedlichen Interessen fast nur zu raten sind, empfehle ich Werkbahnfreunden bei dieser Reihe ein Abo. Die Neuerscheinungen (1 bis 2 Bücher pro Jahr) werden den Bestellern dann versandkostenfrei zugestellt. Geplant sind in nächster Zeit weitere Titel zum Thema Feldbahnen und schmalspurige Industriebahnen.

Inzwischen ist die DIN A4-Reihe in meinem Verlag etabliert. Mit dem Baureihenbuch

Andreas Räntzsch/Franz Rittig, Die Baureihe 8310,

das im Sommer 1999 in den Handel ging, wurde wieder ein Randthema in das Verlagssortiment aufgenommen, denn wer hat heute noch einen Bezug zu der 1972 aus dem Betriebsdienst ausgeschiedenen und ziemlich verruchten Neubaulok der DR? Es wurde auf jeden Fall wieder etwas Neues zum Thema Eisenbahnhistorie herausgebracht. - Auch die Baureihen-Geschichte bleibt weiterhin Thema in meinem Verlag und wird fortgesetzt.

Im viel gefeierten Jahr 2000 legte ich die DIN A4-Seite quer und arbeitete an meinem ersten Farbbildband. Die

NoHABs und Kartoffelkäfer

sollten wieder ein Sonderling auf dem deutschen Eisenbahnbuchmarkt werden. Während die großen Eisenbahnbuchverlage Auslandsthemen außerhalb des deutschen Sprachbereichs kaum Aufmerksamkeit widmen, war es bei mir wieder die Leidenschaft zu diesen formschönen und klangvollen Dieselloks, die mir letztlich den Mut gab, diesen Schritt zu wagen. Zusammen mit ausgesprochenen Fans dieser GM-Lizenz-Dieselloks, die zudem hierzulande einen guten Namen als Eisenbahnfotografen genießen, entstand eine Foto-Melange, die im In- und Ausland in Rezensionen beste Kritiken erhielt. - Ich denke, es wird nicht der einzige Bildband bleiben...

Der Regionalreihe Sachsen-Anhalt/Thüringen bleibe ich auch in Zukunft treu. Hier gibt es noch viele unbearbeitete Themen und noch manches zu vertiefen: Die Diskussion um die Verdieselung der Rübelandbahn, die im Herbst 2000 entbrannte, und schließlich der DB-Reihe 218 ab dem 14.11.2000 unverhofft Plandienst im Reisezugverkehr auf der elektrifizierten Steilstrecke bescherte, ließ das ebenfalls im Jahr 2000 erschienene Buch

Werner Steinke, 125 Jahre Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn

schnell zur Pflichtlektüre der Kommunal- und Verkehrspolitiker werden, benennt doch der ausgewiesene Kenner des Sonderfalls Rübelandbahn Probleme des Eisenbahnbetriebes zwischen Blankenburg und Königshütte und gibt erfolgversprechende Ausblicke in die Zukunft dieser im Güterverkehr unverzichtbaren Harzer Bahnstrecke. Darüber hinaus stellt Werner Steinke erstmals die Flachlandstrecken der H.B.E. vor. Für alle, die das transpress-Buch "Die Rübelandbahn" im Bücherschrank haben, ist der Band mehr als eine ideale Ergänzung und liefert quasi den Schlußpunkt zum Thema.

Seit Ende 1999 ist mein Verlag in der Clara-Zetkin-Straße 2 in Gernrode zu Hause. Schauen Sie bei einem Besuch im Selketal doch einmal herein! Mit der MAMMUT an der Hauswand ist mein Büro kaum zu verfehlen...  

Von Ihnen, lieber Eisenbahnfreund und Leser der Buchreihen, erfahre ich natürlich gespannt Meinungen zu meiner bisherigen Verlagsarbeit – was gefällt, was könnte besser sein, was fehlt den Büchern noch, was ist zuviel, was würden Sie gerne sehen? Neugierig werde ich Ihre Zuschriften und Eintragungen im Gästebuch auswerten.

Vielleicht haben Sie ja ein ausgearbeitetes Eisenbahnmanuskript in der Schublade, für das sich bisher kein Verlag interessierte...! Bevor Sie es einmotten, rufen Sie lieber vorher 039485 / 64 175 an. Es muß ja nicht immer die Rhätische Bahn oder die Baureihe E 03 sein...!

Wolfgang Herdam

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